Bewerben wie Donald Trump

Ich mag Amerika. Ca. 15 Jahre meines Lebens habe ich in enger Gemeinschaft mit Amerikanern verbracht. Ich habe einmal für sie gearbeitet, ich war dort und würde auch gerne mal wieder einige – auch längere – Zeit dort verbringen. Ich mag auch den Stolz der Amerikaner, ebenso die Art, wie man sich präsentiert oder in Szene setzt. Aber alles hat seine Grenzen. Donald Trump hat sie übertreten. Mit genügend Arroganz und Geld ausgestattet, hat man sogar über seine Dummheit hinweggesehen.

Doch was hat das mit dem Thema Bewerbung zu tun?
Leider stelle ich seit einigen Monaten fest, dass einige Kandidaten meinen, sich an Donald Trumps Verhalten orientieren zu müssen. In den Anschreiben werden Worte, wie „erfolgreich“ in allen Variationen benutzt. Und das nicht nur 1-2x pro Anschreiben, sondern fast in jedem zweiten Satz. Überdurchschnittliche Umsatzsteigerungen werden auch gerne geschildert. Ebenso wie Kostenersparnisse in Bereichen, die kaum noch glaubhaft wirken.

Andere starten das Anschreiben mit smarten Sprüchen, wie:
normalerweise sollte ich jetzt mit Floskeln wie „hiermit bewerbe ich mich als…. beginnen. Den Schritt überspringe ich aber, da ich mir sicher bin, dass Sie diesen Satz einige Male am Tag lesen werden. Ein wenig frischer Wind tut immer gut.“

Oder „nach aufmerksamer Recherche Ihrer angebotenen Karriere-Möglichkeiten, bin ich auf die zu besetzende XY-Position aufmerksam geworden und wusste recht schnell – Topf & Deckel haben sich gefunden“

Die Beispiele aus den letzten beiden Absätzen finden Sie überall im Internet als Empfehlung. Leider zu oft von Anbietern eines Bewerbungsservices, die eigentlich wissen sollten, wie Personalentscheider über solche Bewerbungen denken. Sicherlich gibt es aber auch viele Bewerber, die froh über jede Anregung sind und solche Texte einfach abtippen.

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Oft stelle ich mir die Frage: „wie oft man über den Text nachgedacht hat?“ Aber wir müssen dabei bedenken, dass selbstgemachte Fehler oft schwer zu entdecken sind.

Deswegen meine Empfehlung:
Lassen Sie den Text von „fremden“ Personen querlesen, die im besten Fall auch noch über das geeignete Wissen verfügen. Nahe stehende Personen, wie Partner und Kinder können natürlich auch behilflich sein, wenn sie das Wissen mitbringen und nicht befangen sind.

Und vor allen Dingen, zeigen Sie etwas Bescheidenheit und bevorzugen eine einfache Ausdrucksweise.

PS.
Was dann auch öfters mal vorkommt ist, dass die Unterlagen vom Design her so perfekt sind, dass man zu mehr als 95% davon ausgehen muss, dass hier ein Profi am Werk war. Alleine schon das mehr als perfekte Bewerbungsfoto, das eingearbeitete Firmen-Logo des Unternehmens, wo man sich bewirbt und die Textgestaltung deuten darauf hin, dass hier Perfektion im Design verkauft wurde. Inhaltlich und fachlich kommt es allerdings zu groben Mängeln, da man ja im Design geschult ist und nicht wirkliches Wissen vorweisen kann, worum es im Job des Kandidaten geht.