Bewerbung: zu alt? – Nicht jammern. Man muss es ja nicht merken.

In vielen Gesprächen hörte ich Klagen, das man sich überhaupt nicht mehr bewerben möchte, weil man wegen dem Alter aussortiert wird. Viele haben sich auch schon damit abgefunden und bewerben sich nicht mehr. Ja, sicher ist das Alter ein ausschlaggebendes Kriterium, aber das gilt auch für Bewerber ohne Berufserfahrung. Ebenso kann das Geschlecht, die Herkunft oder der Wohnort ein Ausschlusskriterium sein.  Wenn Sie so denken, dann hoffe ich, dass Sie sich mit diesen Gedanken gut abfinden können.

Die Alternative wäre es, nicht aufzugeben und die Strategie zu ändern. Handeln Sie, wie es Ihnen Profis aus dem Handel, der Industrie und dem Handwerk vormachen. Wenn Sie – so wie es heute ein Kandidat tat – im Anschreiben erwähnen, dass er 17 Jahre in dem einen Bereich und weitere 23 Jahre als XY beschäftigt war, muss man nicht ein mal im Lebenslauf nach dem Geburtsdatum schauen, um einschätzen zu können, das der Kandidat deutlich über 50 Jahre alt ist. Dann schrieb er noch, dass er gerne weitere 11 Jahre arbeiten möchte, ohne das Unternehmen zu wechseln.

Alles klar? Mit etwas Sarkasmus könnte man sagen: “zu alt und möchte gemütlich ein Ende des Berufslebens finden”. Und wenn man dies zur Kenntnis genommen hat, weiß man noch nichts über die Qualifikation des Kandidaten. Es könnte schon passieren, das der Leser an dieser Stelle aufgibt.

Und wer ist dafür verantwortlich? Sie! 
Denn Sie haben den Leser schon bei der Einführung auf ein äußerst sensibles Thema aufmerksam gemacht und einen Wunsch geäußert, bei dem der Unternehmer nicht sicher ist, ob er ihn erfüllen kann. Mit etwas Glück bekommen Sie dann zumindest eine schriftliche Absage.

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Profis aus der Industrie, Handel, Handwerk und Dienstleistung würden anders handeln. Man spricht nicht über das Alter, außer beim Wein. Haben Sie schon einmal eine Anzeige gesehen, in der das Produktionsdatum oder das Ablaufdatum genannt wird? Nein, wer tut den so etwas? :mrgreen:

Wir definieren Bewerbungsservice anders. Wir tippen nicht einfach ab, wir fallen auch nicht durch ein tolles und mutiges Design auf. Ebenso benutzen wir keine vorgefertigten Textbausteine. Bewerbungen.

Nein, wir führen mit unseren Kunden zuerst ein ausführliches Gespräch. Fachliche und fachübergreifende Kompetenzen werden berücksichtigt und Dinge, über die man nicht gerne spricht (Alter, Behinderung, Herkunft) werden so platziert, dass sie für den nächsten Schritt nicht relevant sind.

Wir bedienen Sie ganz individuell, so wie Sie es verdient haben.

Und zum guten Schluss haben Sie nicht nur Ihre Bewerbungsunterlagen. Nein, wir sagen Ihnen auch noch wie und wo Sie sich damit vorstellen können.

 

 

 

 

5 Antworten auf „Bewerbung: zu alt? – Nicht jammern. Man muss es ja nicht merken.“

  1. Hallo Herr Schröder,
    ihre Einstellung ist richtig. Da geht es dem Bewerber nicht anders als dem Unternehmer. Und ganz sicher gibt es Menschen, denen fällt dieses ständige auf der Lauer liegen und “zuschlagen” oft schwer. Man kann dann sehr müde werden und ich glaube das im Gespräch mit meinen Kandidaten erkennen zu können. Da rate ich ganz konsequent zur Pause. Egal ob 2 oder 4 Wochen, es hat keinen Zweck, wenn man keinen klaren Kopf hat.

    Ich versuche auch zu erklären, dass man schriftliche Absagen oder auch keine Absagen so sehen soll, wie eine Mücke. Man kann sie nicht ausrotten. Aber trotzdem: draufklatschen und gut ist es. Klappt das mit dem “draufklatschen” nicht, dann muss man sich Fragen stellen und eventuell über eine andere Strategie nachdenken.

    Und was man bei Bewerbungen auch nicht vergessen soll ist, das man sich die Adresse des Unternehmens merkt, von dem man keine Absage oder eine Absage bekommen hat. Kein Marketingprofi löscht Adressen, bei denen er beim ersten Auftritt kein Erfolgserlebnis hatte. Den Wert einer Adresse kann man durchaus bewerten. Von mir aus mit 2,50 bis 5,00 Euro, teil auch mehr.

    Warum?
    Ganz einfach. Niemand kennt die wahren Absagegründe. Vielleicht hat man gerade jemanden eingestellt, der aber während der Probezeit wieder entlassen werden soll, weil er anscheinend doch nicht passt. Es kann auch ganz einfach der falsche Zeitpunkt gewesen sein. Alles hat seine Saison. Osterhasen zu Ostern und Eis meistens im Sommer.

    Viele Grüße
    Hans-Jürgen Schäfer

  2. Hallo Herr Schäfer,
    richtig! Mit 73 J. bin ich als IT-Portfolio-Program-Project-Manager natürlich nicht mehr für einen Furz zu kaufen. Das kommt erschwerend dazu. Es kommt wie immer auf den Kunden an und dessen Kompetenz-Verständnis, was interessanterweise altersunabhängig zu sein scheint. Also immer aktiv akquirieren und nicht nachlassen. In guten Jahren vor Corona schaffe ich ca. eine 75% Auslastung. Die Corona Beule war 15 m zu Null %. Seit 02.21 rollt der Rubel wieder.
    Ärgerlich sind Kunden oder Vermittler, die eine Alterssperre haben, was leider unsichtbar ist. In etwa merkt man es, wenn die Ablehnung wiederholt relativ schnell kommt. Offen gefragt, gibt es keiner zu.
    Ich drücke allen und mir selbst die Daumen.

  3. Sehr geehrter Herr Schäfer,
    leider ist das nicht so einfach, wie Sie es beschreiben.
    Erstens steht mein Geburtstag / Jahr in jedem Zeugnis. Zum Zweiten sind einige Bewerbungsportale so aufgebaut:
    Name
    Vorname
    Geburtstag
    Läßt man das Feld leer, geht es nicht weiter.

    Bei einer Bewerbung über einen Mitarbeiter
    Wollte der Chef nur wissen:”Wie alt?”

    Eine Stadtverwaltung hat mir innerhalb von 3 Minuten die Absage geschickt, wer liest so schnell meine Qualifikation durch?

    Ihr Beitrag klingt so nett, wie die Aussage, “erfahrene Mitarbeiter sind gesucht”.

    Leider sagte mir ein Chef, der deutlich älter war, “wir sind ein junges Team und das soll so bleiben”. Da war ich 45. Jetzt bin ich 55

    Früher stand in Anzeigen: Wenn Sie zwischen 25 und 35 sind…
    Daran hat sich nichts geändert, nur dass das nicht mehr geschrieben werden darf.

    Ich habe kein Schild um den Hals auf dem mein Alter steht und ich fahre einen Smart Roadster, keinen Rollator.
    Nützt mir leider nichts.

    Freundliche Grüße
    HL

    1. Guten Tag Frau L.,
      sicherlich kann man nicht vermeiden, zu einem bestimmten Zeitpunkt sein Alter zu nennen. Auf den Zeitpunkt kommt es an.

      Wenn Sie sich über ein Bewerbungsprotal bewerben, kann das Geburtsdatum ein Pflichtfeld sein. Die meisten Bewerber suchen aber auf die herkömmliche Art und Weise und schreiben Unternehmen direkt an. Das ist noch die Art der Bewerbung, die am häufigsten benutzt wird.

      Wenn Sie nur im Standardbewerbungen versenden und nicht wissen, dass es noch andere Möglichkeiten gibt, dann besteht eben die große Chance aussortiert zu werden.

      Bewerben Sie sich nicht sondern betreiben Marketing für sich, erschließen sich weitere Möglichkeiten.

      Viele Grüße
      Hans-Jürgen Schäfer

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