CORONA und Support your local dealer but don’t support your local handicapped?

Diesen Beitrag habe ich im Internet gefunden und ich dachte, er ist es wert, verteilt zu werden. Ganz besonders jetzt, wo Menschen – ohne das es wirklich notwendig ist –  in peinlichste Situationen gebracht werden. 

Aber lesen Sie selbst:

Hey (Ladenname), haben wir ein Problem?

Ihr seid der schönste Laden in Köln. Wie gern komme ich zu Euch, um anderen eine Freude zu machen. Die kuratierte Auswahl und die liebevoll gestalteten Flächen begeistern mich. Auch während des Lock Downs habe ich Euch unterstützt, denn Ihr seid es wert zu bleiben.
Wir unterstützen einander, nicht wahr?

Doch gilt das wirklich?

Heute kam ich wieder zu Euch, um ein Geschenk für eine liebe Freundin zu finden. Während ich dies und das in mein Körbchen legte, kam eine ältere Dame zu Euch an die Kasse. „Guten Tag, ich habe ein Attest, weil ich aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen darf. Ich wollte Ihnen Bescheid geben, damit Sie kein Problem bekommen. Ich zeige Ihnen das Attest gern vor.“

Was für eine starke Frau, denke ich. Proaktiv mit einer gesundheitlichen Schwäche umzugehen, um Euch, meinen Lieblingsladen in Köln, auch weiter zu unterstützen.

Eure Verkäuferin an der Kasse fand das leider gar nicht stark.
Sehr wohl habe sie damit ein Problem, in ihrem Laden bestehe Maskenpflicht, Ausnahmen gäbe es nicht, erwiderte sie. Nicht so stark, denke ich daraufhin, aber der herbeigerufene Vorgesetzte wird das sicher aufklären können. Denn immerhin hat die starke, ältere Dame ja auch das entsprechend geltende Landesgesetz NRWs parat, dass Ihr doch die Befreiung der Maskenpflicht ermöglicht. Zumal der Laden nicht voll war und der Abstand eingehalten werden konnte.


Auch der Vorgesetzte konnte sich jedoch nicht dazu durchringen, sich mit diesem Gesetz vertraut zu machen, und so wurde die Dame wenig liebevoll des Ladens verwiesen. Es war natürlich “ok”, er hat das Hausrecht.

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Auch ich habe den Laden daraufhin verlassen. Aufgehalten habt ihr mich nicht, als ich Euch sagte, dass auch ich gehen werde, wenn die Dame gehen muss. Nun habe ich kein besonderes Geschenk für meine liebe Freundin. Ich habe Euch heute nicht als Kundin unterstützt. Aber ich habe eine Haltung, und ich freue mich, dass ich sie zeigen konnte. Meine Freundin wird das verstehen.

Und doch frage ich mich. Haben wir ein Problem, lieber Ladeninhaber?

Die starke Frau ohne Maske hat sicher eins. Sie wurde ausgegrenzt. Wie weit her ist es mit der Inklusion, mit der gegenseitigen Unterstützung?

Support your local dealer but don’t support your local handicapped?

Wie sehr beachten wir die, die mit der aktuellen Situation weit mehr zu kämpfen haben, als wir Gesunden, Normtypischen, die sich sicher auch hin und wieder darüber aufregen dürfen, einen mehr oder weniger gepflegten Lappen vors Gesicht schnüren zu müssen. Was ist mit denen, die froh wären, sie müssten sich nur darüber aufregen? Autisten, Alte, Behinderte, Traumatisierte.. Sie kämpfen ohnehin in ihrem Alltag und nun werden sie noch von einer Gesellschaft stigmatisiert, die vorgibt, Masken zu tragen, um andere zu schützen? Wer schützt die, die keine Maske tragen können, vor dieser Ausgrenzung?

Ja, wir haben ein Problem. Diejenigen, denen die starke Stimme fehlt, haben ein Problem. Wir als tolerante Gesellschaft haben ein Problem. Ich hoffe, wir denken alle mal darüber nach. Und dann wird das sicher auch wieder was mit Euch und mir.

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