Das große Schweigen: Wenn Bewerber nichts mehr hören

Wie oft ist es Ihnen passiert, dass Sie in einem Kaufhaus, bei einem Autohändler oder auf einem Flohmarkt sich Produkte angeschaut haben? Sie sahen auch den Verkäufer, der auf ein Geschäft hoffte, währenddessen Sie darauf hofften, durch den Verkäufer nicht angesprochen zu werden.

Ganz normal?
Für die meisten unter uns schon und es wird auch nicht großartig darüber gesprochen.

Denn:
kein Anbieter einer Ware oder Dienstleistung hat darauf Anspruch, dass man sich mit ihm unterhält. Als Verkäufer ist man es auch gewohnt, dass Schuhe aus den Kartons gepackt werden, Kartons aufgerissen werden und Unordnung in den Regalen hinterlassen wird.

Schließlich ist man Kunde und damit König!

Bis zu dem Moment, indem Sie der Verkäufer sind und Ihnen keine Beachtung geschenkt wird.

Kommen wir zum Thema. Sicherlich sollte man den Vorgang einer Bewerbung in einem Unternehmen nicht den mit den vorhergehenden Fällen gleichstellen. Und mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln ist es eine Leichtigkeit, jedem Bewerber eine Eingangsbestätigung zuzusenden. Ebenso sollte es möglich sein, jedem Kandidaten eine Absage zu übersenden, sofern man sich gegen ihn entschieden hat. Dazwischen ist aber noch viel Luft. Und letztendlich handeln nicht alle so, wie wir es erwarten.

Forschungsergebnisse betonen, wie wichtig es für Unternehmen ist, ihre Bewerbungsprozesse zügig und fehlerfrei durchzuführen. Zu einem seriösen Auswahlverfahren gehöre es, abgelehnten Kandidaten ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit, etwa mit einer Mail oder einem Brief entgegenbringen. Fehler hierbei würden sich auch die Reputation des Unternehmens auswirken – ein Nachteil, den sich in diesen Zeiten des beginnenden Mangels an qualifizierten Bewerbern keine Firma mehr leisten könne.

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Was mir allerdings aufgefallen ist, sind die immer wieder in sozialen Netzwerken erscheinenden Beiträge, in denen Unternehmen pauschalisiert unterstellt wird, kein ordentliches Bewerbungsverfahren installiert zu haben. Sofort finden sich Personen zusammen, die ohne Rücksicht auf Verluste auf Unternehmen einschlagen. Entweder nicht daran denkend, dass man sich selbst öffentlich im höchsten Maß disqualifiziert, oder sie sind der Meinung, doch keine Chance mehr zu bekommen und nichts zu verlieren mehr haben.

Ich wäre an deren Stelle vorsichtig. Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, solche Themen – auch öffentlich – anzusprechen. Doch auch hier macht der Ton die Musik. Und noch wichtiger wäre es, die Möglichkeiten der Netzwerke zu nutzen, um verschiedene Meinungen zu diskutieren, um anschließend nach Lösungen suchen zu können.

Stoße ich auf eine dieser Diskussionen, führe ich öfters an, wie Unternehmen in der Jobbörse der Arbeitsagentur eine Stelle ausgeschrieben haben und sich anschließend bei ca. 200 Bewerbern schriftlich gemeldet haben, um Kontakt aufzunehmen.

Letztendlich ist die Beantwortungsquote durch Bewerber, die in der Arbeitsagentur gelistet sind, anscheinend deutlich niedriger als die Rückmeldungen, die durch Arbeitgeber an Arbeitsuchende erfolgen.

Ich selbst habe es schon oft erlebt, dass sich auf 200 Kontaktanbahnungen keine einzige Antwort ergab.

Doch wie immer: nichts Genaues weiß man nicht.

Und…………………. bleiben Sie heiter. Irgendwie.

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