Einsicht des Betriebsrats in Gehaltslisten und der Datenschutz: Wie geht es weiter?

Einsicht des Betriebsrats in Gehaltslisten und der Datenschutz: Wie geht es weiter?

Der Fall: Einsicht des Betriebsrats in anonymisierte Bruttoentgeltlisten

Der Betriebsrat forderte von der Arbeitgeberin eine regelmäßige Einsichtnahme in Bruttoentgeltlisten. Dafür legte die Arbeitgeberin dem Betriebsrat eine anonymisierte Bruttoentgeltliste zur Ansicht vor.

Der Betriebsrat vertrat die Auffassung, dass er nur bei Vorlage einer nichtanonymisierten Bruttoentgeltliste, das heißt unter Nennung der Arbeitnehmernamen, in der Lage sei, mögliche Diskriminierungen zu erkennen.

Die Arbeitgeberin hielt dagegen, dass die Vorlage einer anonymisierten Bruttoentgeltliste genüge, um eine mögliche Diskriminierung zu erkennen. Die Nennung der Namen sei für die Überwachung des Gleichbehandlungsgrundsatzes nicht erforderlich. Auch sei das Gebot der Datensparsamkeit zu beachten. Die Nennung der Namen müsse erst erfolgen, wenn der Betriebsrat bei Durchsicht der anonymisierten Daten Unregelmäßigkeiten erkenne.

Das LAG Niedersachsen folgte wie auch schon die Vorinstanz (ArbG Hannover vom 1. März 2018 – 2 BV 10/17) der Auffassung des Betriebsrats.

Quelle: Einsicht des Betriebsrats in Gehaltslisten und der Datenschutz: Wie geht es weiter? – Expertenforum Arbeitsrecht (#EFAR)

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