Jobcenter Duisburg: mal wieder mangelhaft bis ungenügend in der Beratung

Jobcenter Duisburg: mal wieder mangelhaft bis ungenügend in der Beratung

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Das Jobcenter Duisburg hat wieder einmal den Beweis angetreten, dass der Begriff Kunde für ALG-II-Bezieher reine Makulatur ist und nur das Betriebsergebnis zählt. Ich würde den Damen und Herren doch empfehlen, das Wort „Kunde“ durch „Bezieher von Leistungen“ zu ersetzen. Dann weiß man als „Bezieher von Leistungen“, dass man froh sein kann, bedient zu werten und man noch mehr Glück hat, wenn man auch noch beraten wird.

Es geht wieder einmal um einen Fall, wie er jeden Tag vorkommen kann. Auch bei uns. Angenommen ein Kandidat ruft an und lässt uns wissen, dass er gerade einen Arbeitsvertrag unterschrieben hat, stellen wir sofort die Frage, ob er das auch schon dem Jobcenter mitgeteilt hat? Wenn die Antwort „Nein“ lautet, dann sagen wir „Glück gehabt“. Natürlich will man sofort wissen, warum man Glück hatte, denn man sei doch verpflichtet, Änderungen sofort zu melden.

Hier die Erklärung:

Die Leistungen vom Jobcenter bekommen Sie im Voraus bezahlt, damit Sie z.B. die Miete und andere lfd. Kosten pünktlich am Monatsanfang überweisen können. Angenommen Sie lassen das Jobcenter vor dem neuen Monatsbeginn wissen, dass Sie einen Arbeitsvertrag unterschrieben haben, wird man sofort die Leistungen einstellen, weil man ja „angeblich“ als Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Leistungen hat. Das Problem ist dann am Monatsende sichtbar. Kein Geld auf dem Bankkonto. Die Miete und der Strom werden fällig. Die Telekom bucht ab. Die Autoversicherung und andere Lieferanten wollen sich auch an Ihrem Bankkonto bedienen. Und eventuell müssen Sie eine neue Monatskarte für den Nahverkehr kaufen und der Kühlschrank ist leer. Sie können zwar am ersten des Monats den Arbeitsplatz antreten, bekommen aber ansonsten einen Haufen Arbeit und Ärger durch die Rücklastschriften.

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Genau das ist einem jungen, behinderten, Deutsch-Türken in Duisburg passiert. Froh nach langem Leistungsbezug endlich Arbeit gefunden zu haben, teilt er dem Jobcenter bei einem Termin mit, dass er zum 15.08.2018 einen Ausbildungsvertrag unterschrieben hat. Man gratuliert ihm zwar, hat aber sonst nichts anderes zu tun, als der Leistungsabteilung sofort davon zu unterrichten. Die Leistungsabteilung hat dann auch wieder nichts anderes zu tun, als sofort die komplette Leistung einzustellen. Dies bekam der junge Mann ein paar Tage später per Post mitgeteilt.

Nach einigen Rückfragen ließ man ihn wissen, das man die vollständigen Papiere benötige und er dann ein Darlehen beantragen kann, um seine Kosten decken zu können und vor allem auch, um die notwendige Fahrkarte für den Nahverkehr zu besorgen.

Machen  wir es kurz. Die Bearbeitung dauerte natürlich so lange, dass der Monatsanfang da war, aber kein Geld.

Da kann man nur sagen: „Nicht toll gemacht, Jobcenter Duisburg. So bedient man Kunden nicht“.

Übrigens ist das der Grund, warum wir unseren Kandidaten empfehlen, zuerst in aller Ruhe den Arbeitsplatz anzutreten, das Geld vom Jobcenter noch kassieren, um alle Geschäfte erledigen zu können und später eine Rückzahlung mit dem Jobcenter zu vereinbaren.

Übrigens ist das nicht nur eine Geschichte, sondern Tatsache und wir lassen uns in solchen Fällen auch den kompletten Schriftverkehr zeigen, bevor wir solche Vorgänge veröffentlichen.

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