PROTEST: Karriere-Netzwerk Xing will seine Nutzer mit Du ansprechen

Wer sich in sozialen Netzwerken nach einer neuen Stelle umsieht, ist hip, unverkrampft und mit Sicherheit ein Freund der Duz-Kultur in Unternehmen? Das stimmt scheinbar nur zum Teil. Als die Karriereplattform „Xing“ an diesem Mittwoch in einem Post auf ihrer Seite bekanntgab, die Nutzer künftig mit „Du“ ansprechen zu wollen, gab es kräftigen Gegenwind.

Unter der Überschrift „Warum wir Sie jetzt duzen“ hatte zuvor Sabrina Zeplin, Geschäftsführungsmitglied des Netzwerks, einen Beitrag zum Thema veröffentlicht. Darin schreibt sie, das „Sie“ stehe für „eine hierarchische Denk- und Arbeitsweise, mit der wir uns bei XING nicht mehr identifizieren können.“ In der Zukunft der Arbeit solle sich niemand mehr aufgrund des Alters oder der Position wichtiger fühlen dürfen als irgendjemand anderes. „Das ,Du’ schafft Nähe und eine emotionale Verbundenheit, die auch in einem professionellen Umfeld zu einem signifikant besseren Miteinander führt“, so Zeplin weiter.

In der Internetgemeinde jedoch scheinen nicht alle dieser Meinung zu sein. Mehr als 1600 oft kritische Kommentare sammeln sich mittlerweile unter dem Beitrag und auch anderswo in den sozialen Netzwerken, etwa auf Twitter, hagelt es Kritik. „Ugh, ich möchte nicht geduzt werden“, schreibt zum Beispiel ein Twitter-Nutzer sehr direkt.

Gegenwind kommt von Beschäftigten und Freiberuflern aus den unterschiedlichsten Branchen. „Einseitig verordnetes Duzen, wie hier von Ihnen, Frau Dr. Zeplin, und dann auch noch mit Wirkung für den gesamten Nutzer/innenkreis von Xing, geht gar nicht. So etwas nennt man übergriffig“, schreibt etwa Henning Staats, Rechtsanwalt aus Braunschweig. Nutzer Florian Unsin, Angestellter bei MAN, kommentiert: „Ich schätze es gar nicht, von fremden Personen geduzt zu werden. Das ist eine Frage von Anstand und Benimm, diese Werte scheinen aber für XING kein Beweggrund zu sein.“ Der freiberufliche Sachverständige für Gebäudeschäden, Henry Pfeifer, schreibt: „In meiner Branche wird es, ohne das Gegenüber näher zu kennen, auf absehbare Zeit kein Du geben. Respekt, Achtung und vor allem Distanz sind darin essenziell. Zudem dreht sich der Wind mitunter auch mal, und ein persönliches, nahes Du steht dann z.B. einer Problemklärung plötzlich sehr im Weg.“

Kein gutes Zeugnis für das „Du“ im Bewerbungsprozess

Es gibt allerdings auch positive Kommentare: So schreibt etwa Marcel Milow, Geschäftsführer der 3B Gesellschaft für Hoteldienstleistungen aus Berlin: „Himmel, wir sollen uns nun alle duzen? Da kneifen wir Deutschen aber ganz schnell die Backen zusammen … Ich denke, wir können das entspannter betrachten. Wer glaubt, lediglich Respekt zu erfahren weil er gesiezt wird, hat sehr wahrscheinlich ein falsche Wahrnehmung von sich selbst.“

►► Um den vollständigen Text zu lesen, folgen Sie bitte dem Link…..

Quelle: Karriere-Netzwerk Xing will seine Nutzer mit Du ansprechen

Lesen Sie auch:  Anerkennung von Zeitwertkonten für Geschäftsführer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.