Kurzarbeit in jedem zweiten Unternehmen 

Der Shutdown aufgrund der Corona-Epidemie hat in Deutschland dazu geführt, dass die Hälfte der Unternehmen Kurzarbeit fährt. Fast jeder fünfte Betrieb plant, befristete Jobs nicht zu verlängern oder Mitarbeiter zu entlassen.

Das > Ifo-Institut hat diesen Monat eine Umfrage durchgeführt. Danach haben in der Corona-Krise 50 Prozent der Unternehmen hierzulande auf Kurzarbeit umgestellt. Am höchsten mit 55 Prozent ist der Anteil im Handel, gefolgt von der Industrie mit 53 Prozent. Bei den Dienstleistern fahren 48 Prozent Kurzarbeit und im Baugewerbe sind es 37 Prozent.

Für viele Unternehmen ist Kurzarbeit ein Mittel der Wahl, um kurzfristige Umsatzausfälle abzufedern und ihre Belegschaft zu halten,

sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Befragungen.

Für einen Antrag auf Kurzarbeit müssen im Unternehmen zunächst Überstunden und Zeitguthaben abgebaut werden. Gut zwei Drittel der Firmen (69 Prozent) haben diese Maßnahmen veranlasst. In der Industrie sind es mehr als drei Viertel (78 Prozent), im Handel 68 Prozent, bei den Dienstleistern 65 Prozent und auf dem Bau ist es etwas mehr als jeder zweite Betrieb (54 Prozent).

18 Prozent der Betriebe wollen Personal entlassen oder befristete Jobs nicht verlängern

18 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sie Mitarbeiter entlassen oder befristete Jobs nicht verlängern wollen. In der Industrie und bei den Dienstleistern planen dies jeweils 20 Prozent, im Handel 15 Prozent und im Bausektor nur zwei Prozent. Außerdem sagten 46 Prozent der Unternehmen, dass sie Investitionen verschieben wollen. In der Industrie haben dies 56 Prozent vor, bei den Dienstleistern sind es 44 Prozent, im Handel 38 Prozent und in der Baubranche 31 Prozent.

Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen verzeichnet Umsatzrückgänge

Mit 84 Prozent spürt die Mehrheit der Unternehmen aufgrund der Krise einen Umsatzrückgang. Lediglich vier Prozent verzeichnen eine Zunahme der Umsätze, die restlichen zwölf Prozent stellen keinen Unterschied fest. Weniger als jede zweite Firma (45 Prozent) glaubt, dass der Rückgang in Zukunft teilweise nachgeholt werden kann. Eine weitere Auswirkung der Krise sind Lieferprobleme: Im Handel berichten 53 Prozent der Unternehmen davon und in der Industrie haben 41 Prozent Lieferschwierigkeiten bei wichtigen Vorprodukten. Überdies nehmen derzeit 36 Prozent der Betriebe Steuerstundungen oder eine Verringerung der Vorauszahlungen vor; weitere 32 Prozent planen dies. Bei 15 Prozent der Unternehmen kam es bereits zu Schließungen und Produktionsstopps. Im Handel sind 23 Prozent betroffen, in der Industrie 19 Prozent, auf dem Bau zwölf Prozent und in der Dienstleistungsbranche zehn Prozent.

Branchenübergreifend gehen die befragten Firmen davon aus, dass die Einschränkungen des öffentlichen Lebens rund 3,9 Monate lang dauern werden.

Homeoffice boomt infolge der Krise

Praktisch einziger Gewinner der Corona-Krise, so das Ifo-Institut, sei das Homeoffice. Drei Viertel (76 Prozent) der Unternehmen nutzen diese Möglichkeit verstärkt. Am höchsten mit 87 Prozent ist der Anteil in Industriebetrieben, gefolgt von Dienstleistern (76 Prozent), dem Bausektor (67 Prozent) und dem Handel (60 Prozent).

 

Quelle: Kurzarbeit in jedem zweiten Unternehmen – Personalwirtschaft.de

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