Raucher haben eine Eigenschaft, die wir uns unbedingt abschauen sollten

Raucher haben eine Eigenschaft, die wir uns unbedingt abschauen sollten

Von Rauchern lernen, heißt Sterben lernen. Klar, regelmäßig zur Zigarette zu greifen und den Rauch in die Lunge zu drücken, bedeutet ein immenses Gesundheitsrisiko. Jeder kennt den Spruch, dass die Straße zum Tod ja geteert werden muss – it’s funny cause it’s true! Denn wer raucht, erhöht das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Abhängig von der Anzahl der gerauchten Zigaretten pro Tag und der Zahl der Raucherjahre fallen Raucher in etwa 20 bis 30 Mal häufiger dem Lungenkrebs zum Opfer als Nichtraucher, so die Techniker Krankenkasse. Und dann auch noch die Kosten: Wer eine halbe Schachtel am Tag raucht, kommt im Jahr auf gut 1.200 Euro. Das ist ein schöner Jahresurlaub, alle acht Wochen eine einstündige Massage oder, auf die Seite gelegt, eine üppige Altersvorsorge. Rauchen lohnt sich also nicht. Und doch: Eine gute Sache hat es!

Raucher zeigen nämlich eine Verhaltensweise, von der wir uns alle etwas abgucken können. Wer Raucher unter sich beobachtet, erlebt herzerwärmende Szenen: Wildfremde Menschen, die sich beispielsweise im Smoker-Carré am Bahnsteig gegenüberstehen, witzeln miteinander und kommen ins Gespräch. Und auch im Unternehmen zeigt die Raucherecke mehr Teamspirit, als jedes Escape-Room-Teamevent heraufbeschwören könnte. Da steht der Vorstand mit dem Hausmeister zusammen, die Aufsichtsrätin mit der Azubine, die Marketingleiterin mit der Reinigungskraft – beim Rauchen sind sie alle gleich, begegnen sich auf Augenhöhe und sprechen über dies und das und jenes, als würde seit Jahren eine feste Beziehung bestehen. Selbst der schlechteste Netzwerker geht beim Rauchen aus sich heraus und redet einfach mit. Und so schwer es mir fällt, das zu sagen, aber von Rauchern können wir lernen.

„Manchmal bin ich sogar etwas neidisch auf dieses kleine, zum Keuchhusten verdammte Völkchen.“

Im zigarettenfreien Alltag passiert so etwas so gut wie nie. Wer sich am Bahnsteig einem anderen Wartenden zuwendet, erntet schnell skeptische Blicke à la „Sprich mich bloß nicht an!“. Sofort kommt die Defensivhaltung: Was will er? Hat sie was in der Hand? Könnte er vielleicht ein bisschen irre sein? Fragen, die sich in der Raucherzone plötzlich niemand mehr stellt. Und auch im Büroalltag sind Kollegen und Kolleginnen, die etwas zu oft an den Schreibtisch kommen, um einfach mal Hallo zu sagen, schnell ziemlich suspekt: Wieso ist die Chefin so nett? Will der Kollege ausspionieren, was auf meinem Bildschirm stattfindet? Anders, wenn ein Raucher zum Tisch eines anderen Rauchers geht und fragt, ob derjenige Feuer hat. „Ja klar“, lautet dann die Antwort. „Warte, ich komm mit“, heißt es weiter. Und so gehen sie dahin, gut gelaunt und reichen sich das Feuer.

Tatsächlich sind Raucher untereinander ziemlich offen und unvoreingenommen. Manchmal bin ich sogar etwas neidisch auf dieses kleine, zum Keuchhusten verdammte Völkchen. Denn spannend ist auch, was sie untereinander so austauschen: „Ach, du bist Union-Fan? Glückwunsch zum Aufstieg! Aber die Partie gegen Dortmund entscheiden trotzdem wir!“. Oder: „Ach, du kommst auch aus dem Osten? Kennst du Stralsund? Da bin ich geboren!“. Ich kenne diese Situation natürlich auch. Wenn ich beispielsweise auf einer Party mal ein Glas zu viel getrunken habe, mutiere ich zeitweise zum Raucher und rede auf dem Balkon plötzlich mit Menschen über Dinge, mit denen ich vorher sicherlich nicht in ein Gespräch eingestiegen wäre. Es nimmt einem auch niemand krumm: „Ja klar, kenn ich. Geht mir auch so!“. Nichtraucher hingegen müssen sich eingestehen, dass sie Kollegen und Kolleginnen haben, über die sie eigentlich gar nichts wissen.

Selbstverständlich liegt es mir fern, euch zum Rauchen anzustiften. Liebe Leute, bitte nicht nachmachen! Aber diese Haltung, sich unvoreingenommen zu begegnen, sich auf eine andere Person einzulassen – selbst wenn es nur um Smalltalk geht – und sich im Gespräch auf die Gemeinsamkeiten statt Unterschiede zu konzentrieren, finde ich nicht nur bemerkens-, sondern unbedingt auch nachahmenswert. Also, wenn euch jemand am Bahnsteig anspricht, vielleicht einfach mal lächeln und zwei, drei Minuten ohne Hintergedanken miteinander reden. Und in der Firma vielleicht auch nicht gleich das Schlimmste von anderen Kollegen und Kolleginnen annehmen, wenn sie den Kontakt suchen, sondern ruhig mal drauf eingehen. Statt auf eine Zigarettenlänge kann man sich ja auch mal auf einen kleinen Spaziergang im Hof oder einen Kaffee in der Teeküche treffen. Gelegenheiten gibt es da sicher genug. Lernen von Rauchern – dass ich das mal schreibe, hätte ich auch nie gedacht!

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Quelle: Raucher haben eine Eigenschaft, die wir uns unbedingt abschauen sollten

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