Senior Programmer händeringend gesucht – für 60 Jahre alte Programmiersprache

Amerikanische Ministerien, die Finanzwelt und wahrscheinlich auch deine Kreditkarte laufen auf Cobol. Aufgrund der Coronakrise sind Entwickler für die Oma unter den Programmiersprachen jetzt dringend gesucht.

Die Datenverarbeitungssysteme vieler Institutionen des US-amerikanischen Staates basieren auf Cobol, einer Programmiersprache, die seit den 80er Jahren als Legacy-Language gilt. Die Coronakrise hat jetzt dazu geführt, dass die Nachfrage nach Cobol-fähigen Entwicklern innerhalb kürzester Zeit explodierte: Die Programmiersprache spielt eine Schlüsselrolle in den Datenverarbeitungssystemen des amerikanischen Arbeitsministeriums. Auch im Finanzsektor verwendete Technologien basieren heute noch zu weiten Teilen auf dem Programmiersprachen-Urgestein.

Nix mehr verpassen: Die t3n Newsletter zu deinen Lieblingsthemen! Jetzt anmelden

Eine aussterbende Art: Der Cobol-Entwickler

Cobol gibt es schon seit 60 Jahren. Die Abkürzung steht für Common Business Oriented Language – zum Einsatz kam und kommt die Technologie vor allem in Wirtschaft und Verwaltung: Die Systeme von Banken, Versicherungen und des US-amerikanischen Äquivalents zur Agentur für Arbeit sind offenbar zu weiten Teilen immer noch in Cobol geschrieben. Die Coronakrise rückte den Dinosaurier unter den Programmiersprachen unerwartet in den Fokus der Aufmerksamkeit: Vor allem in den USA mussten sich sehr viele Menschen in sehr kurzer Zeit arbeitslos melden. Ein Ansturm, dem das auf Cobol basierende, 40 Jahre alte Datenverarbeitungssystem des amerikanischen Arbeitsministeriums nicht standhielt: Über das erste Aprilwochenende rief etwa der Gouverneur von New Jersey Freiwillige mit Cobol-Kenntnissen zur Mithilfe bei der Aufrüstung auf. Das Problem dabei: Cobol-Programmierer sind selten. Unter den wenigen Entwicklern, die die Sprache noch beherrschen, befinden sich viele bereits im Ruhestand. Wer von ihnen noch berufstätig ist, arbeitet oft in der Finanzbranche.

Entwickelt zur Programmierung kaufmännischer Anwendungen

Entwickelt wurde Cobol in den 50er Jahren von einer vom amerikanischen Verteidigungsministerium für diesen Zweck gebildeten Arbeitsgruppe – interessanterweise zu einer Zeit, in der Programmieren noch als überwiegend weibliche Domäne galt. So war auch das Entwicklerteam um die Sprache herum zu gut 50 Prozent weiblich. Entworfen wurde Cobol als hardwareunabhängige Programmiersprache, die sich vor allem für die Programmierung kaufmännischer Anwendungen eignet. Nachdem mit dem Aufkommen von Fortran die Programmierung technischer Anwendungen maßgeblich einfacher wurde, sollte  Cobol die Arbeit mit großen Datenmengen und deren Ein- und Ausgabe vereinfachen – bis dato wurden dafür meistens Assemblersprachen verwendet.

Cobol beherrscht die Finanzwelt

Cobol fand schnell den Weg in die zivile Nutzung und wurde eine der ersten kommerziell eingesetzten Programmiersprachen. Zum Einsatz kam sie vor allem in Banken, Verwaltungen und Behörden. IBM verkauft bis heute Cobol-kompatible Mainframes. Laut Reuters läuft etwa die Hälfte aller Finanzsysteme auf Cobol. Weltweit basieren etwa 80 Prozent aller kartenbasierten Transaktionen auf in Cobol geschriebenem Code. Nur: Warum gibt es dann so wenige Cobol-Entwickler? Und wie kommt es, dass die Systeme nicht mit der Zeit durch modernere Lösungen ersetzt wurden?

►► Um den vollständigen Text zu lesen, folgen Sie bitte dem Link…..

Quelle: Senior Programmer händeringend gesucht – für 60 Jahre alte Programmiersprache

Lesen Sie auch:  Kurzarbeit: Wechsel von Betrieb auf Abteilungen möglich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.