Sexuelle Belästigung: Ist das schon Grenzüberschreitung?

Sexuelle Belästigung: Ist das schon Grenzüberschreitung?

Kaum irgendeinen Satz habe ich seit dem Beginn der #metoo-Bewegung häufiger gehört als den gekränkten Vorwurf, man wüsste ja gar nicht mehr, ob man überhaupt noch flirten dürfe. Die kurze Antwort: Ja, man darf. Und wer wissen will, ob etwas okay ist, kann ganz einfach nachfragen. Die längere Antwort: Es gibt viele unterschiedliche Meinungen, was noch ein Flirt und was schon ein Übergriff ist. Aber fragt man diejenigen, die sich einmal unwohl mit einem vermeintlichen Flirt gefühlt haben, bekommt man ein recht klares Bild davon, wann die Grenze überschritten ist. Man erfährt, wie es sich anfühlt, wenn jemand immer viel zu nahe steht, systematisch und ohne zu fragen zu weit in den persönlichen Raum eingreift und man sich dem nicht entziehen kann.

Allerdings: Während in den letzten Jahren viele extreme Fälle von Belästigung an die Oberfläche gekommen sind, gibt es kaum etabliertes Wissen über die Anfänge sexueller Belästigung. Was aber, wenn man das vorhandene Wissen dazu sammeln und nutzen würde, um sexuelle Belästigung früher zu erkennen? Mit der Erfahrung aus über drei Jahren Zusammenarbeit mit Feministinnen aus ganz Europa haben wir unser Wissen in einem Guide durch die Grauzone sexueller Belästigung mit dem Titel It’s not that greyzusammengefasst. Er enthält ein Früherkennungssystem, mit dem Betroffene und Dritte erkennen können, wann und wie sich Belästigung anbahnt. Mithilfe dieses “Red Flag Systems” werden toxische Umgebungen und klassische, weitverbreitete Techniken von Belästigern analysiert.

Quelle: Sexuelle Belästigung: Ist das schon Grenzüberschreitung? | ZEIT Arbeit

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