Sind Sie „aktiv arbeitsuchend“ oder liegen auf der faulen Haut?

Sind Sie „aktiv arbeitsuchend“ oder liegen auf der faulen Haut?

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Viele unter uns waren schon einmal zwischen zwei Jobs arbeitslos und haben diese Zeiten einfach mit dem Begriff „arbeitsuchend“ im Lebenslauf angeführt. Das hat bisher immer gereicht, bis die Branche der Berater nach neuen Verdienstquellen Ausschau gehalten haben. Bestens geht das, indem man seinen Kunden erklärt, bisher alles falsch gemacht zu haben, oder nicht auf Trends reagiert zu haben.

Trends? Ja, selbstverständlich. Man versucht sich in der sprachlichen Umdeutung. Alles was sich anderes anhört muss doch auf eine interessante Person deuten.

„Umorientierungsphase“. Ist das wirklich sinnvoll?

Sprachliche Umdeutung von Arbeitslosigkeit im Lebenslauf?

Diese Empfehlung wird immer wieder gegeben. Nicht nur von wohlmeinenden Bekannten, sondern auch in der Bewerbungs-Ratgeberliteratur oder in einschlägigen Seminaren. Da schwirren dann Begriffe wie „Umorientierung“, „Neuorientierung“ oder gar „aktiv arbeitssuchend“ durch die Lebensläufe.

Alle beschreiben mehr oder weniger blumig die gleiche Tatsache: Man war im so beschriebenen Zeitraum ohne Beschäftigungsverhältnis.

Fragen wir uns also, was diese sprachliche Umdeutung erreichen soll und was sie tatsächlich nutzt.

All diese Begriffe sollen besser klingen als das schlichte „arbeitssuchend“. Dabei ist das erst mal nur eine neutrale Benennung eines Umstandes und kennzeichnet noch keinen als Verlierer.

Diese sprachlichen Umdeutungen sollen eine bestimmte Geisteshaltung deutlich machen. Jemand, der „aktiv arbeitssuchend“ ist, ist besser als jemand ( der Nachbar, oder Kollege) , der nur „arbeitsuchend“ ist. Und wer sich gar noch „umorientiert“ oder „neu orientiert“, scheint sich zudem auch noch Gedanken über seine Zukunft zu machen. Denn der Duden bietet folgende Wortbedeutung für „Umorientierung“ an: Die richtige Richtung finden; sich (in einer unbekannten Umgebung) zurechtfinden.

Lesen Sie auch:  Ihr Geburtsgewicht interessiert uns nicht.

Dabei suchen die meisten doch eigentlich nur nach einem vergleichbaren Job wie dem, den sie aus irgendwelchen Gründen verloren haben!

Sie wollen den zukünftigen Arbeitgeber beeindrucken und von Fehlzeiten ablenken? Glauben Sie wirklich, dass Sie einen Arbeitgeber mit Wortumdeutungen überzeugen können? Der weiß ganz genau, was Sie suchen und womit Sie es versuchen.

Warum schreiben Sie nicht weiter einfach „arbeitsuchend“?  Was übrigens nicht weiter dramatisch ist, wenn es nicht regelmäßig und in kürzeren Abständen in Ihrem Lebenslauf angezeigt ist. Dann nützt auch aber auch keine Umschreibung mehr. Dann haben Sie das Problem, schlüssig erklären zu müssen, warum das so ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: Schreiben Sie weiterhin „arbeitssuchend“. Schreiben Sie auch „Umorientierungsphase“, wenn das für Sie netter klingt. Aber erwarten Sie nicht, dass sich jemand davon beeindrucken lässt. Oft quittiert man solche Aussagen mit einem müden Lächeln.

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