Slow Work: Im Job entschleunigen, produktiver arbeiten

Slow Work: Im Job entschleunigen, produktiver arbeiten

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Die zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit sind inzwischen psychische Diagnosen, zu denen auch Burnouts zählen. Tendenz steigend. Sie waren 2017 für fast 17 Prozent der krankheitsbedingten Ausfälle in Deutschland verantwortlich. Viele fühlen sich von dem Tempo der heutigen Arbeitswelt überfordert. „Zeit ist Geld“ ist zu „weniger Zeit ist noch mehr Geld“ geworden. Mit zunehmender Digitalisierung werden auch die Erwartungen an die ständige Verfügbarkeit immer größer. Sogar die Entspannung ist auf maximale Leistung ausgelegt: Powernaps sollen schnell wieder fit machen, und nach dem Motto „Sitzen ist das neue Rauchen“ wird der soziale Druck, auch in der Freizeit dynamisch und aktiv zu sein, ebenfalls höher.

Genau hier setzt das Slow Work-Konzept mit einem Gegenhebel an: Einfach mal durchatmen und aus der Rolle des ständig Getriebenen herauskommen lautet die Devise. Gleichzeitig verfolgt die noch vergleichsweise neue Slow Work-Bewegung das Ziel, Arbeit mit Zufriedenheit und Erfüllung zu verknüpfen, was dem Lebensgefühl der Generation Y entgegen kommt. Das Selbstwertgefühl vieler Menschen ist eng an ihre Arbeit gekoppelt – und genauso, wie Arbeit frustrieren und krank machen kann, kann sie auch sinnstiftend und bestätigend wirken. Beides hat einen massiven Einfluss auf die Lebensqualität.

Routinen aufbrechen und neue Komfortzonen entdecken

Wie aber funktioniert Slow Work? Im Wesentlichen geht es darum, seine Zeit insgesamt sinnvoller und produktiver zu nutzen, indem man kontrollierte Pausen macht und sich seine Energie so einteilt, dass man Aufgaben fokussiert erledigen kann. Das bedeutet zum einen ein Umdenken und zum anderen die bewusste Einführung neuer Routinen. Dazu gehören auch bewährte Tools wie eine To Do-Liste: das Auslagern der zu erledigenden Dinge in eine Liste schafft automatisch freie Kapazitäten im Kopf. Der Trick dabei ist, für alle Tätigkeiten deutlich mehr Zeit einzuplanen als vorher und sich so selber zu entschleunigen.

Ein nicht zu unterschätzender Stressfaktor für viele Arbeitnehmer ist die tägliche Fahrt ins Büro. Dabei nutzen viele den Weg heute als verlängerte Arbeitszeit. Doch konzentriertes Arbeiten in einem überfüllten Pendlerzug ist manchmal schwer, wenn nicht sogar so gut wie unmöglich. Deshalb lieber die Fahrt dazu nutzen, sich zu sammeln, sich auf den Tag vorzubereiten, die To Dos im Geiste durchzugehen und noch einmal tief durchzuatmen, um dann die Aufgaben umso strukturierter angehen zu können. Oder am besten gleich ein bis zwei Tage die Woche im Homeoffice bleiben.

Quelle: Slow Work: Im Job entschleunigen, produktiver arbeiten

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