Telefonseelsorge: “Am meisten höre ich den Satz: Ich weiß nicht mehr weiter”

Viele Menschen haben in der Krise Existenzängste, leiden an Einsamkeit oder müssen mit Todesfällen umgehen. Das zeigt sich auch bei den Telefonseelsorgen. Die Zahl der Anrufe ist dort im Vergleich zu vor der Krise um 25 Prozent gestiegen, wie eine Studie zeigt, die ZEIT ONLINE exklusiv vorliegt. Der 68-jährige Nils Kramer* ist seit sechs Jahren ehrenamtlicher Telefonseelsorger in Berlin und spricht in einer vierstündigen Schicht mit sechs bis zehn Menschen. Für ZEIT ONLINE hat er einen Arbeitstag anonymisiert protokolliert. Außerdem erzählt er im Telefoninterview, was die Menschen umtreibt und wie er damit umgeht, wenn sie suizidgefährdet sind.

18:15 Uhr: Meine Schicht beginnt, ein Glas Wasser steht bereit, das Headset ist angeschlossen und das Betriebssystem läuft. Ich atme tief durch.

18:23 Uhr, das Telefon klingelt: Eine Anruferin mit Immunerkrankung. Sie hat Angst, sich mit COVID-19 anzustecken. Freundinnen hat sie trotzdem getroffen. Deshalb gab es Streit mit ihrer besten Freundin, weil sie sich der Gefahr ausgesetzt hat. Die Anruferin befindet sich in einer Zwickmühle, sagt sie. Nach 38 Minuten sagt sie Danke für das offene Ohr.

ZEIT ONLINE: Wenn ich Sie in der Telefonseelsorge anrufen würde, was würde ich hören?

Kramer: Hallo, hier ist die Telefonseelsorge Berlin. Was führt Sie zu mir? Ich frage die Anrufer nie, was ihr Problem ist oder wo ich helfen kann. Das will ich mir gar nicht anmaßen. Ich will möglichst offen fragen und ihnen selbst überlassen, wie wir in das Gespräch kommen.

ZEIT ONLINE: Welche Antworten hören Sie?

Kramer: Ich bin einsam. Ich bin verzweifelt. Am meisten höre ich den Satz: Ich weiß nicht mehr weiter. Manchmal antworten sie auch scherzhaft: Na, die Leitung führt mich zu Ihnen. Dann weiß ich, dass das Gespräch eines der lockeren werden könnte. Andere weinen. Generell ist es spannend, nicht zu wissen, was auf mich zukommt.

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Quelle: Telefonseelsorge: “Am meisten höre ich den Satz: Ich weiß nicht mehr weiter” | ZEIT Arbeit

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