Warum machen Schweden ständig Kaffeepause?

Warum machen Schweden ständig Kaffeepause?

Artikel bei Ihren Kontakten empfehlen:

Gemeinsame Kaffeepausen mit Kollegen gehören in Schweden zum Arbeitsalltag. Bei der traditionellen „Fika“ geht es nicht nur darum, Koffein und Kalorien zu sich zu nehmen, sondern auch darum sich auszutauschen. Deutsche Chefs sollten ihren Mitarbeitern in Schweden daher besser nicht den Kaffehahn abdrehen oder die Kuchenzufuhr abschneiden. Das bremst die Motivation.An neun von zehn schwedischen Arbeitsplätzen machen die Mitarbeiter gemeinsam Kaffeepause, wie eine Umfrage von Kairos Future im Jahr 2010 ergab. Die Hälfte der rund 8.000 Befragten gab an, dass sie sogar einmal oder zweimal täglich mit Kollegen eine so genannte Fika einlegen.In Schweden ist es also selbstverständlich, dass man sich am Vormittag oder Nachmittag mit Chefs und Kollegen im Pausenraum verabredet. Man holt sich einen – zumeist kostenlosen – Kaffee am Automaten und unterhält sich. Die Kollegen bringen abwechselnd Kuchen und Kekse mit. Bei der Fika wird alles Mögliche besprochen, vom Segelausflug bis hin zum Quartalsbericht. Es geht nicht nur um Privates, sondern durchaus auch ums Geschäft. Vermutlich dürfen die Schweden genau deshalb während der Arbeitszeit zusammen Cappuccino trinken und Zimtschnecken essen.Viel mehr als eine Pause„Für Deutsche wirkt es erst einmal unproduktiv, dass man bei der Arbeit so oft zusammen Kaffee trinkt. Aber da werden viele wichtige Arbeitsthemen besprochen, Missverständnisse ausgeräumt, Informationen ausgetauscht“, sagt Ninni Löwgren von der Deutsch-Schwedisch Handelskammer, die einen Businessführer mit interkulturellen Tipps geschrieben hat. Sie rät deutschen Chefs, die nach Schweden kommen, dringend davon ab, die Kaffeepausen abzuschaffen. „Man macht sich als Chef sehr unbeliebt, die Motivation sinkt und auch die Produktivität“, so Löwgren.

Quelle: Warum machen Schweden ständig Kaffeepause? | Deutsch-Schwedische Handelskammer

Artikel bei Ihren Kontakten empfehlen: