Weniger Klinikaufenthalte während Corona

Corona hat nicht nur Unternehmen vor große finanzielle und organisatorische Herausforderungen gestellt, sondern auch massiv an Arbeitsstrukturen gerüttelt. So wurde das Sorgenkind Homeoffice vielerorts zur willkommenen Maßnahme. Und gesund ist das Arbeiten von zu Hause offensichtlich auch.

Derzeit beschäftigen sich zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen und Institute mit der Frage, welche Auswirkungen das Homeoffice auf die Gesundheit der Beschäftigten hat. Klar ist: Den meisten Befragten gefällt die Auszeit vom Büro. 65 Prozent gaben bei einer Untersuchung der SDK Süddeutsche Krankenversicherung an, dass sie insgesamt lieber zuhause als im Büro arbeiten.

»Viele Stressfaktoren fallen weg, wie zum Beispiel lärmende Kollegen oder ein anstrengender Arbeitsweg«, sagt Oliver Schwab, Leiter Firmenvertrieb bei der Süddeutschen Krankenversicherung (SDK). Dennoch sehen viele das Arbeiten von zu Hause aus auch kritisch. 41 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich ein regelmäßiges Homeoffice nachteilig auf die Karriere auswirkt.

Wer den Eindruck gewinnt, dass Arbeiten im Homeoffice erst in den Vergangenen Monaten und im Zusammenhang mit COVID-19 Fahrt aufgenommen hat, irrt. Eine Untersuchung der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga), in der gesetzliche Kranken- und Unfallversicherungen zusammenarbeiten, aus dem Jahr 2019 zeigt: Homeoffice ist seit der vorangegangenen Befragung aus dem Jahr 2016 messbar angestiegen, und zwar um sieben Prozentpunkte. 35 Prozent der Befragten gaben an, im Homeoffice arbeiten zu können.

Krankenhausaufenthalte werden weniger

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, ist das Arbeiten im Homeoffice scheinbar gut für die Gesundheit. Die Zeitung beruft sich auf eine noch unveröffentlichte Erhebung der AOK von Krankenhauszahlen. Demnach sollen die Klinikaufenthalte im März und April um 39 Prozent zurückgegangen sein, und zwar auch bei den akuten Fällen. Die Experten haben unter ihren Versicherten 31 Prozent weniger Herzinfarkte und 18 Prozent weniger Schlaganfälle gezählt. Die transitorisch-ischämischen Attacke, eine Durchblutungsstörung des Gehirns und Vorstufe zum Schlaganfall, ging um 37 Prozent zurück.

Das seltenere Auftreten solcher Erkrankungen korrespondiert mit der Selbsteinschätzung der deutschen Beschäftigten: dem SDK-Report zufolge empfinden sechs von zehn Befragten in den eigenen vier Wänden weniger Arbeitsdruck als in der Firma. Klar ist: Weniger Stress und auch weniger körperliche Belastungen in Zeiten von Kurzarbeit können Faktoren für einen Rückgang zum Beispiel der Herz-Kreislauf-Erkrankungen innerhalb der Bevölkerung sein.

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Quelle: Weniger Klinikaufenthalte während Corona

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