Wie die Arbeitsagentur “tickt”. Oder wie kann ich vermeiden eine Arbeit zu erledigen?

Wie die Arbeitsagentur “tickt”. Oder wie kann ich vermeiden eine Arbeit zu erledigen?

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Im Auftrag eines bilingualen Kindergartens haben wir 3 Stellenangebote in der Jobbörse geschaltet, in der Mitarbeiter mit deutschen und chinesischen Sprachkenntnissen gesucht werden.

Hier ist der Text der Anzeige zu finden.

Diese 3 Stellenangebote waren seit 23.09.2018 veröffentlicht und anscheinend war die Welt in Ordnung. Zwischenzeitlich haben sich Bewerber gemeldet – aber nicht über die Arbeitsagentur – und erste Gespräche werden in Kürze geführt.

Nun kam ich auf die Idee und suchte unter den zahlreichen Kandidaten der Arbeitsagentur einige raus und schrieb diese über das Portal der Arbeitsagentur an. D.h., die Mitarbeiter der BA müssen anscheinend unsere Anfragen “begutachten” und weiterleiten.

Das war vermutlich zuviel verlangt. Statt die Anfragen (Stellenangebote) an die Empfänger zu leiten bekamen wir folgende Mitteilung:

In Ihrem Stellenangebot wurden Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen der JOBBÖRSE festgestellt. Daher wurde der Veröffentlichungsstatus des Stellenangebotes auf “nicht veröffentlicht” geändert. Bitte beachten Sie, dass Ihr Stellenangebot erst wieder in der JOBBÖRSE veröffentlicht wird, wenn die von Ihnen erforderliche Überarbeitung des Stellenangebotes durchgeführt und erfolgreich durch uns überprüft wurde

Stellenangebot: 10000-xxxxxx-S Bilinguale Kita sucht Leiter/innen für Ü3- und U3-Gruppen in (Erzieher/in) Fachkraft

Verstoß gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

akzentfrei bzw. Muttersprache – Verstoß gegen das AGG (§ 9 Abs. 3 Nr. 1 Nutzungsbedingungen

Die Formulierung „akzentfreie Sprachkenntnisse“ bzw. „Muttersprache“ deutet auf die ethnische Herkunft eines Menschen hin, weniger auf die Ausprägung seiner Sprachkenntnisse. Dies kann eine mittelbare Benachteiligung bewirken, weil die Mehrzahl der davon nachteilig Betroffenen nicht einer bestimmten ethnischen Herkunft sind. Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist diese Benachteiligung nicht zulässig

Aufgefallen ist mir, das man in der Arbeitsagentur unbegrenzt Stellenangebote aufgeben kann, die anscheinend nicht geprüft werden. Nur die Stellenangebote, die den Mitarbeitern zusätzliche Arbeit verschaffen, scheinen geprüft zu werden.

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Schaut man etwa nach, wie man Arbeit verhindern kann? Es sieht so aus, denn die anderen Stellenangebote mit ähnlichem Text wurden nicht beanstandet.

Gut. Es lässt sich für alles eine Lösung finden. Ich habe diesen sprachlichen Aspekt dann weggelassen und werde einfach demnächst alle Bewerbungen annehmen und entscheiden,
was zu tun ist.

Übrigens kann man sprachliche Attribute bei Stellenangeboten doch ziemlich qualifiziert angeben, wie das folgende Bild zeigt. Nur den Ausdruck “muttersprachlich” darf man anscheinend nicht verwenden.

Ich jedenfalls werde die beiden anderen Stellenangebote nicht im Text verändern und warten, ob es der Arbeitsagentur auffällt, wenn ich keine zusätzlichen Aktivitäten einfordere.

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