Xing und LinkedIn: Kein Job durch virtuelle Freunde

Xing und LinkedIn: Kein Job durch virtuelle Freunde

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Ich kenn’ da einen, der kennt einen, der sucht noch dringend einen Mitarbeiter: So oder so ähnlich kommt mittlerweile fast jede dritte Neueinstellung (32 Prozent) auf dem Arbeitsmarkt zustande. In Kleinbetrieben gelingt es sogar bei fast jeder zweiten Stellenbesetzung, persönliche Kontakten erfolgreich zu nutzen (47 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg nach einer Auswertung seiner repräsentativen Stellenerhebung für das Jahr 2016.

Die Stellenerhebung ist eine regelmäßige Betriebsbefragung, die unter anderem Auskunft über Rekrutierungsprozesse gibt und vom IAB schon seit dem Jahr 1989 gemacht wird. Mit ihr wird viermal im Jahr das gesamte Stellenangebot erhoben, also auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. Im vierten Quartal 2016 lagen Antworten von rund 11.500 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche vor.

Wenn Bewerber Stellen über persönliche Kontakte finden, sind damit nicht etwa die virtuellen Freunde auf Facebook, Twitter, Xing oder Linkedin gemeint. Im Gegenteil: Die Stellenbesetzung über soziale Medien spielt laut Befragung nur eine äußerst untergeordnete Rolle: der Anteil liegt gerade mal bei einem Prozent. Mehr als das soziale Internet bringen dagegen klassische Seiten im Netz: Online-Jobbörsen – darüber findet etwa jeder fünfte (21 Prozent) seinen neuen Arbeitgeber – oder die eigene Homepage des Arbeitgebers: Auf diesem Wege ist etwa jede zehnte Stellenbesetzung erfolgreich (11 Prozent). Ähnlich gut funktioniert der Weg über die Stellenanzeige in der Zeitung oder in Zeitschriften (10 Prozent).

Vermittler sind erfolgreicher als soziale Medien

Wer keinen kennt, der einen kennt, der eine Stelle frei hat, kann darüber hinaus auf professionelle Vermittler vertrauen – mit immer noch größerem Erfolg als über Xing, Linkedin und Co: Die Vermittlungsdienste, die die Bundesagentur für Arbeit über ihre Online-Jobbörse hinaus anbietet, führen bei 5 Prozent der Neueinstellungen zur Stellenbesetzung. Auf private Arbeitsvermittlungen entfallen 4 Prozent.

Im Jahr 2016 wurden der Studie zufolge in Deutschland insgesamt 3,65 Millionen sozialversicherungspflichtige Neueinstellungen vorgenommen. 44 Prozent davon entfielen auf kleine Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten. Dort scheinen persönliche Kontakte besonders wichtig zu sein. Bei größeren Unternehmen bewerben sich deutlich häufiger Menschen, die von sich aus Stellenangebote auf der Homepage des Betriebes gesucht haben oder schlicht auf gut Glück. Die Initiativbewerbung ist bei kleineren Betrieben dagegen weniger relevant; vermutlich auch deshalb, weil den Bewerbern die Chancen geringer erscheinen.

Umgekehrt sind es aber tendenziell die kleineren Unternehmen, die Probleme haben, geeignetes Personal zu finden. Das IAB macht die vergleichsweise geringen Einstitegslöhne und zum Teil ungünstigeren Arbeitsbedingungen im Vergleich zu den Großunternehmen dafür verantwowrtlich. Unter den Kleinunternehmen seien etwa viele Handwerksbetriebe mit körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten. Einen Vorteil der Kleineren nennt das IAB aber auch: Sie stellen ihre Mitarbeiter häufiger unbefristet ein als die Großbetriebe. Dort hat sich eine Befristung zum Teil als eine Art verlängerte Probezeit regelrecht eingebürgert.

Quelle: Xing und LinkedIn: Kein Job durch virtuelle Freunde

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